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Nachsorgeeinrichtung für chronisch kranke Kinder und Frühgeborene: Bunter Kreis Hanau einzigartig im Main-Kinzig-Kreis
 
Hanau, 09. März 2020

40.000 Familien werden jedes Jahr plötzlich mit einer veränderten Lebenssituation konfrontiert, weil ihr Kind zu früh zur Welt kommt, chronisch krank wird oder verunglückt. Das bringt erhebliche Belastungen mit sich, seelisch und körperlich, aber auch finanziell und sozial. Oft sind Betroffene mit dieser Situation alleine und wissen nach dem Krankenhausaufenthalt, nicht, wie es weitergehen soll. Am Klinikum Hanau wurde für solche Fälle der Bunte Kreis Hanau ins Leben gerufen. Das Modell Bunter Kreis ist im Main-Kinzig-Kreis einzigartig und hat zur Aufgabe, die betroffenen Familien in der Übergangsphase von einer intensiven Klinikbetreuung nach Hause zu begleiten. Die Einrichtung leistet damit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stabilität der Familien und schließt eine große Versorgungslücke in der Gegend. Die nächsten Einrichtungen sind erst in Frankfurt, Wiesbaden, Gießen / Marburg, Fulda oder Kassel zu finden. Familien aus dem ländlichen Raum bzw. rund um Hanau hatten deshalb bisher keine Chancen auf eine solche Nachbetreuung.
 
„Im Mittelpunkt der Nachsorge stehen neben der medizinischen Versorgung des erkrankten Kindes auch die Familie, das Beziehungssystem und die Lebensumstände“, sagt Beate Kleemann, Leiterin des Bunten Kreises Hanau. Zur Zielgruppe zählen Familien mit Kindern zwischen 0 und 14 Jahren, in besonders schwerwiegenden Fällen auch Familien mit Kindern bis 18 Jahre. Die Familien werden zunächst insgesamt 20 Stunden über einen Zeitraum von mindestens 12 Wochen und maximal 48 Wochen nachbetreut. „Die Kosten werden lediglich zu zwei Dritteln von den Krankenkassen abgedeckt, deshalb sind wir froh, dass wir den Förderverein Sterntaler e.V. mit ins Boot holen konnten, der uns bei der Finanzierung unterstützt“, sagt Volkmar Bölke, Geschäftsführer des Klinikums Hanau. Die aktuell 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bestehend aus Ärzten, Pflegekräften, Neonatalbegleitern, Sozialpädagogen, Kinder- und Jugendtherapeuten, Diabetesassistenten, Oekotrophologen und der Seelsorge, koordinieren die Weiterversorgung des Kindes, motivieren und unterstützen die Familie. Der Bedarf in der Familie eines chronisch kranken oder frühgeborenen Kindes wird anhand von Case-Management ermittelt und mit der Nachsorgeeinrichtung und dem Klinikum koordiniert.
 
Das Modell des Bunten Kreises stammt aus Augsburg, dort wurde es in den 1990er Jahren zur sozialmedizinischen Nachsorge entwickelt. Nachdem die Patienten in den Kliniken professionell versorgt und die Eltern in das weitere Prozedere eingewiesen wurden, gingen die Familien nach Hause. Die häusliche Situation war oftmals so überfordernd, dass sie schnell wieder zurück in die Klinik kamen – es entstand der sogenannte „Drehtüreffekt“. Man erkannte, dass nur gemeinsam mit den Patienten, deren Familien, Ärzten und Pflegekräften eine geeignete und langfristige Lösung gefunden werden kann. Inzwischen arbeiten in Deutschland insgesamt über 100 Einrichtungen nach diesem Modell, davon die genannten 8 in Hessen. Die Einrichtungen arbeiten alle nach denselben Qualitätsstandards und sind im Bundesverband Bunter Kreis e.V. zusammengeschlossen.

 

Bildquelle: Klinikum Hanau, (v.l.n.r) Volkmar Bölke, Geschäftsführer des Klinikums; Martina Wichels, Vorsitzende des Fördervereins Sterntaler e.V.; Dr. med. Winfried Krill, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin; Dr. med. Bernhard Bungert, Sektionsleiter der Neonatologie; Beate Kleemann, Leiterin des Bunten Kreises Hanau; Beate Funck, Stadtverordnetenvorsteherin der Stadt Hanau, bei der Kick-Off-Veranstaltung zum Bunten Kreis Hanau am Freitag, 06. März 2020.


 

Als erster Spender im Jahr 2020 hat es sich der digitale IT Dienstleister IQ Solutions GmbH aus Offenbach beim Kickoff zum Start des Bunten Kreises am Klinikum Hanau nicht nehmen lassen, die Spende in Höhe von 1500,00 € persönlich zu übergeben. Wir danken Jörg Pfeiffer und seinem Team für diese Spenden und freuen uns, sie direkt bei der Nachsorge von Frühstgeborenen sowie chronisch kranken Kindern einsetzen zu können.




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